Kaffee
So braut man in Costa Rica Kaffee:
Dies ist die traditionelle Art, in Costa Rica Kaffe zu brauen: Man benutzt einen simplen Kaffeefilter, der einer Art Socke gleicht. Diesen füllt man mit gemahlenem Kaffee und giesst heisses Wasser hinein. Fertig! Die Filter sind in Costa Rica in jedem Supermarkt erhältlich. Falls Sie sich nicht in Costa Rica befinden, können Sie es auch mit einer Tennissocke probieren. Wir empfehlen, eine unbenutzte Socke zu verwenden, wenn Sie käsigen Geruch im Kaffee vermeiden möchten.
Über Kaffee
Der wilde Kaffe stammt ursprünglich aus 2 afrikanischen Arten:
Der Arabica Kaffee stammt aus der Abyssinischen Prärie (Äthiopien). - Der Robusta (Canephora) Kaffee stammt aus den tropischen Wäldern Afrikas.
Zahlreiche Kreuzungen sind über die Jahre gezüchtet worden. Die Pflanze wird durch Samen oder Pfropfen vermehrt. Dabei werden allerdings nicht alle Eigenschaften der Mutterpflanze vererbt. Im wilden Zustand kann die Pflanze bis zu 6 Meter hoch werden. Im industriellen Anbau werden die Pflanzen jedoch auf 1-2 Meter zurück geschnitten, da sie dabei den höchsten Ertrag abwerfen.
Kurze Geschichte
Um 1720 brachte der Franzose Chevalier de Clieu die erste Kaffeepflanze nach Martinique. Die Pflanze gedeihte dort so gut, dass sie in weiteren karibischen Kolonien wie Guadeloupe und Santo Domingo angepflanzt wurde. Ein Jahrhundert später wurde der Kaffee in zahlreichen Lateinamerikanischen Ländern zur Kulturpflanze.
Kaffee in Costa Rica
Heute gibt es rund 80’000 Kaffeeproduzenten und über 95 beneficios (wo der Kaffee verarbeitet wird). Trotz zahlreicher Preisinstabilitäten bleibt der Kaffee die viertwichtigste Einnahmequelle Costa Ricas (nach Tourismus, Bananen und Ananas).
Die Kaffeebohnen werden in Costa Rica Grano de Oro genannt. Die Kaffeekirschen enthalten in der Regel eine Doppelbohne - allerdings gibt es in Costa Rica zum Teil auch einzelne Bohnen, die "caracoli" genannt werden. Manche Kaffeeröster verarbeiten ausschliesslich diese Caracoli und verkaufen sie zu einem (ca 30%) höheren Preis, da sie ein spezielles Aroma haben.
Anbau und Verarbeitung
Im Zentraltal beginnt die Pflanze 9 Tage nach den ersten Regenfällen (März/April) zu blühen. Die Kaffeekirschen reifen 8-10 Monate nach dem Blühen und werden dann von Hand gepflückt. Costa Rica ist mit ca. 150’000 Tonnen pro Jahr der zehntgrösste Kaffeeexporteur der Welt. In 2005 wurden mit diesem Rohstoff $300 Millionen eingenommen.
Viele Kaffeeplantagen bieten geführte Rundgänge an. Kontaktieren Sie uns, wenn sie an einer solchen Tour interessiert sind.
Die Kaffeeernte in Costa Rica findet von November bis März statt (aus diesem Grund fanden die Schulferien in diesem Zeitraum statt; damit die Costa Ricanischen Kinder sich an der Ernte beteiligen konnten). Da nur reife Früchte gepflückt werden, sind mehrere Durchgänge nötig. Dafür ist die Qualität des Kaffees umso höher. Nach der Ernte muss das Fruchtfleisch von der Bohne entfernt werden. Die Bohnen fermentieren anschliessend damit verbleibende Schleimstoffe entfernt werden. Nachdem die Bohnen gewaschen worden sind, werden sie traditionellerweise an der Sonne getrocknet. Schliesslich wird der Kaffee geröstet, was für die Qualität des Getränks bestimmend ist. Viele europäische Kaffeeproduzenten nehmen daher den Vorgang des Röstens selbst in Europa vor.
Weitere Verwendungen von Kaffee
Die Pflanzen werden nach 30 Jahren entwurzelt, um die Plantage zu erneuern. Das Holz der Pflanze ist bei lokalen Restaurants beliebt, die mit traditionellen Holzfeuern kochen. In Costa Rica werden aus Kaffeeholz auch Papier, Schmuck und Souvenirs hergestellt. Nachdem es von den Bohnen getrennt wird, kann das Fruchtfleisch als Dünger verwendet werden. Kaffeesatz ist ebenfalls als zuverlässiger Dünger bekannt, welcher dem Boden Kalium zuführt - dies können sie selbst zuhause ausprobieren.